Was this the face that launch'd a thousand ships
And burnt the topless towers of Ilium?
Sweet Helen, make me immortal with a kiss.
Christopher Marlowe, in Doctor Faustus
Das Musical Helena - eine Inhaltsangabe
Die Handlung des Musicals führt uns in die Welt der griechischen Götter, der Entführung der schönen Griechin Helena nach Troja und des daraus entstandenen Trojanischen Kriegs. Eine der üblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Zeus und Hera über eines seiner Liebesabenteuer führt zu einer Hochzeit der von Zeus verbotenerweise geliebten jungen Frau mit einem Sterblichen. Die Hochzeit findet in Anwesenheit verschiedener Göttinnen und Götter aus dem Olymp, insbesondere der Schicksalsgöttinnen (Moiren) statt.
Die Mächtigen der antiken (Götter-)Welt, Zeus, seine Ratgeberin Themis und der scharfzüngige Momos, diskutieren anlässlich des Festes die anstehenden Probleme der Welt und sehen als Lösung der Überbevölkerung primär einen Krieg, der hier Abhilfe schaffen könnte. Die Auseinandersetzung um eine schöne Frau, Helena, soll eskalieren und zum Anlass für eine kriegerische Auseinandersetzung werden. Der Kommentar und die Ausführung der Beschlüsse stehen den drei Schicksalsgöttinnen zu, welche die Lebensfäden in den Händen haben und so über Geburt, Leben und Tod entscheiden. Ganz konkret diskutieren sie über das Schicksal des Königspaars von Troja, Priamos und Hekabe, sowie von ihrem Sohn Paris, der zu diesem Zeitpunkt als verstorben gilt, in Wirklichkeit als Hirte in fremden Diensten lebt. Leider sind aber nicht alle wichtigen Personen zum Fest geladen, insbesondere erhielt Eris, die Göttin der Zwietracht, keine Einladung. Trotzdem erscheint sie zum Fest, wenn auch nur, um gemäss ihrer Natur Zwietracht zu säen. Sie schwört Rache, nimmt einen goldenen Apfel aus der Tasche und schleudert ihn unter die drei mächtigsten Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite. Der Götterbote Hermes nimmt den Apfel auf und zeigt den dreien die Aufschrift. "Der Schönsten!" steht darauf; alle drei Göttinnen umwerben Hermes und wollen den Apfel.
Da keiner der Götter es wagt, die Streitfrage zu entscheiden, wird der Götterbote Hermes ausgeschickt, um dafür einen Sterblichen, Paris, einzuladen. Dieser kann sich der von den Göttern gestellten Aufgabe nicht entziehen. Die drei Göttinnen machen ihm jede ein verlockendes Versprechen, um den goldenen Apfel zu bekommen: Hera verspricht ihm die Herrschaft über die Welt, Athene Weisheit und grosse Siege in der Schlacht. Aphrodite verspricht ihm die schönste Frau der Welt. Um ihr Angebot zu unterstreichen, lässt sie ein Bild von Helena erscheinen. Paris lässt sich überzeugen und erkürt Aphrodite zur Siegerin. Hera und Athene ziehen empört ab und beschweren sich umgehend bei Zeus, der sie aber kaum unterstützt. Nun drohen sie, sich an Paris zu rächen und für die erlittene Schmach Troja zu zerstören.
Paris, der immer noch als Hirte lebt, geht als Sieger aus einem Wettstreit hervor, an dem eigentlich nur Mitstreiter mit königlichem Blut hätten teilnehmen können. Er riskiert damit sein Leben. Da erscheint Kassandra, seine Schwester, die ihren Bruder erkennt, und seine königliche Herkunft offenlegt. Das Volk bejubelt Paris.
Gleichzeitig geht im Olymp das Gezänk zwischen den Göttinnen und Göttern, die nun Taten verlangen, weiter. Athene kündigt an, dass Priamos kürzlich wieder erfolglos seine von den Griechen zurückgehaltene Schwester Hesione zurückgefordert hat. Athene und Hera zählen darauf, dass Priamos seinen wiedergewonnenen Sohn Paris mit einem Heer nach Griechenland entsenden wird, um die Angelegenheit zu bereinigen. Dabei wollen die beiden Göttinen auf der Seite der Griechen mitkämpfen und erreichen, dass Paris in der Schlacht stirbt und so seine Wahl mit dem Leben bezahlt.
Die Seherin Kassandra sieht den nachfolgenden gloriosen Einzug Helenas in Troja, aber auch die Gefahr des hölzernen Pferdes, voraus. Ihre Eltern, Priamos und Hekabe, folgen ihrem dramatischen Monolog; sie sind hin und her gerissen. Sie glauben ihr schlussendlich nicht und lassen sie abschirmen, damit sie das Volk mit ihrer "Verrücktheit" nicht für sich einnehmen kann.
Paris erklärt sich einverstanden, an der Spitze eines Heeres nach Sparta aufzubrechen, um die Schwester von Priamos heimzuholen. Kassandra wohnt dem Gespräch bei und möchte klarmachen, dass Paris nicht um der eigentlichen Sache willen nach Griechenland fährt, sondern um Helena nach Troja zu entführen. Und in der Tat werden die Lebensfäden für Paris und Helena so gesponnen, dass sie sich kreuzen und ineinander verschlingen, Paris macht sich mit Helena auf den Rückweg nach Troja. In der Zwischenzeit verschlimmert sich die Stimmung unter den Göttern im Olymp. Die beiden Lager erweitern das Feld ihrer Anhänger, die Welt muss sich auf das Schlimmste gefasst machen. Als Paris und Helena dann tatsächlich in Troja eintreffen, herrscht nicht nur eitel Freude.
Dank ihrer Schönheit beruhigt Helena aber nicht nur die Gemüter, sondern erhält auch die uneingeschränkte Zuneigung des Volkes. Die verschmähte Oinone hingegen schleicht sich ins Schlafgemach des Liebespaares. Sie wird von Schmerz überwältigt und schwört, dass Paris den Krieg nicht überleben soll. Zur selben Zeit sieht die Königin Hekabe ein, dass sich die Prophezeiung Kassandras verwirklicht. Die Griechen stehen vor den Toren Trojas, der unvermeidbare Krieg beginnt.